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Stellungnahme zu den Ausschreitungen mit Schusswaffengebrauch in Asmara am 31.10.2017

03 Nov 17
ulrich.coppel
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Erklärung:

Asmara/ Frankfurt: Aktuell kursieren widersprüchliche Informationen und Meldungen zu Protestvorfällen vom Dienstag, 31. Oktober 2017 in Asmara, welche im Zusammenhang mit der Festnahme des Ehernschulleiters der islamischen Al Diaa Islamic School im Stadtteil Akira vom Freitag, 27.10.2017, sowie der Schließung der Schule am 31.10.2017 stehen sollen. Die Regierung Eritreas beobachtet derzeit eine Unterwanderung islamischer Schulen durch islamistische Fundamentalisten, und stellt deshalb aktuell islamische Schulen unter staatliche Führungsaufsicht. Berichten zufolge sei die Schule mit neuen Direktoren am Donnerstag, 2. November 2017 wieder eröffnet worden. Ein ausführlicher Hintergrundbericht dazu wird in Kürze folgen.

Augenzeugen des Vorfalls an der Harnet Avenue vom 31.10.2017 berichteten uns persönlich, dass gegen 17.15 Uhr eine Gruppe aufgebrachter Menschen in Richtung Erziehungsministerium gezogen sein soll. Diese habe „Allahu Akbar“ skandiert und Steine geworfen. Eritreische Sicherheitskräfte hätten daraufhin Warnschüsse in die Luft gefeuert. Die Augenzeugen berichteten, dass dort niemand verletzt oder gar getötet worden sein soll. Es habe einige Festnahmen gegeben. Die Menge habe sich sofort nach den Schüssen zerstreut.

In einem Hotel in der Nähe hielten sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Vorstände der Deutsch-Eritreischen Gesellschaft (DEG) auf, welche die Schüsse um diese Zeit ebenfalls gehört hatten. Im Internet kursieren Videoaufnahmen, die an der Ecke Harnet Avenue/ Beleza Str. aufgenommen wurden, auf denen Schüsse zu hören sind und Menschen die Straße hinunterlaufen. Insofern ist der Vorfall auch dokumentiert.
Die Authenzität zahlreicher, aus unterschiedlichen Internetquellen veröffentlichten Videos mit zwar gleichen Bildaufnahmen, jedoch divertierenden Tonspuren, auf denen erstens (je nach Veröffentlichung) unterschiedlich viele Schüsse, sowie zweitens (ebd.) unterschiedliche, verschieden schwere Waffen zu hören sind, wird grundsätzlich bezweifelt. Die Vorstände haben insofern übereinstimmend in Erinnerung, dass zwar zahlreiche Schüsse abgefeuert worden seien, wenngleich dies ihren Hörerinnerungen zufolge allerdings keine andauernden Salven aus automatischen, oder auch größeren Waffen gewesen seien dürften.

Ein Vorstandsmitglied der DEG passierte diese Straßeneinmündung, von einem auswärtigen Termin zurückkehrend, um 17.50 Uhr, also 35 min. nach den Schüssen. Zu diesem Zeitpunkt war dort alles ruhig und völlig normal. Erst im Hotel erfuhr er von dem Vorfall. Schwer vorstellbar also, dass es dort nur so kurze Zeit vorher viele Tote zu beklagen gäbe.

Frankfurt am Main, 02. November 2017

Dirk Vogelsang, Vorsitzender des Vorstandes der Deutsch-Eritreischen Gesellschaft (DEG)

Ulrich Coppel, stellv. Vorstand der Deutsch-Eritreischen Gesellschaft (DEG)

 

Weitere Links zum Thema:

 

ZDF-Redaktion „heute“ widerruft falsche Meldung über „28 Tote“ in der eritreischen Hauptstadt Asmara erst nach 7 Wochen!

Die komplette Konversation zwischen dem stellv. DEG-Vorstand Ulrich Coppel und ZDF-Nachrichtenchef Thomas Heinrich